Hundehalfter – Halti

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Hundehalfter – Halti

Als Pferdepfleger (welcher ich tatsächlich bin) sieht und lernt man viele Dinge. Dazu gehört auch das richtige Führen von Pferden am Halfter. Wo wir auch schon beim Stichwort sind. Nein, kein Hund muss ein Halfter tragen. Aber die Haltis sind die Version davon für Hunde. Meist auch zum selben Zweck. Fressen, trinken und hecheln sind komplett möglich und somit nicht eingeschränkt oder verhindert. In Großstädten komm ich mir mittlerweile auch wie auf dem Reiterhof vor, da ich dort nur noch Halti geführte Hunde sehe. Doch was ist dieser Halti überhaupt oder sollte es besser Hundehalfter heißen?Übergeordnet kann man festlegen, dass dieses Hundehalfter nur ein temporäres Hilfsmittel ist. Quasi ein Trainingsgerät mit begrenzt zeitlichen Einsatz. Das Hundehalfter ist also nicht für den alltäglichen Spazeirgang vorgesehen und ist auch keine dauerhafte Lösung. Somit sieht man in Großstädten Symptomkrieger, welche sich für den Weg zur Ursache zu schade sind und lieber direkt und unmittelbar einwirken. Solche Ursachen (wie der Name schon sagt) sind meist schleichend. Doch wie in einer Tropfsteinhöhle wird der Berg mit jedem Tropen größer. Die Spitze des Eisberges ist dann das Symptom. Dieses ragt über die Wasseroberfläche und ist eindeutig sichtbar. Sprengt man die Spitze weg, weil einem der Berg nicht gefällt, bleibt unter der Wasseroberfläche nur ein großer Teil über, welcher unbehandelt ist.Die Funktion solch eines Hundehalfters ist recht simpel und leicht zu verstehen. Durch den Zug an der Leine wird auch eine Schlaufe im Hundehalfter zusammengezogen. Dies geschieht über der Schnauze oder auch Fang genannt. Für den Hund soll mit diesem Hilfsmittel ein Schnauzgriff simuliert werden. Den Schnauzgriff (ausgeführt zwischen Hunden) ist fester Bestandteil der Kommunikation untereinander. Meist ist es die Mutterhündin, die ihre Welpen auf diese Weise diszipliniert und unerwünschtes Verhalten unterbindet.Das dieser simulierte Schnauzgriff meist nicht funktioniert, liegt an folgenden Punkten. Der Druck der durch die Mutterhündin auf den Welpen ausgeübt wird ist entscheidend. Jede Druckstärke hat ihre eigene Bedeutung. Genauso wie der perfekte Zeitpunkt der Disziplinierung. Genauso muss der Hund den Schnauzgriff als solchen kennengelernt haben. Sonst bleibt dieses Hilfsmittel ohne Funktion. Zumal auch fraglich ist, ob der geführte Hund dies überhaupt als Schnauzgriff als solchen interpretiert und verarbeitet.Mit solch einer disziplinaren Maßnahme erreichen wir, dass das derzeitig Verhalten des Hundes eingestellt wird. Der disziplinierte Hund geht (bei verstehen der Maßnahme) unmittelbar ins Meideverhalten. Dazu gehören unter anderem, meiden des Blickkontaktes und auch vergrößern des Abstandes zwischen Hund und Führer. Wenn wir einen aufmerksamen Hund führen, ist es essenziel das dieser auch Blickkontakt aufbaut oder hält. Ein Hund der stupide nach vorne läuft ist kein gut erzogener Hund. Ihr könnt ihn zwar über Hilfsmittel wie Leine oder über Hörzeichen regulieren, aber er orientiert sich nicht an euch. Er hat es einfach nicht nötig, zu prüfen ob alles okidoki ist. Blickkontakt ist somit etwas sehr wichtiges zwischen Hund und Führer. Ebenfalls verhält es sich mit dem Abstand beim Laufen mit dem Hund, zwischen Hund und Führer. Der Hund sollte auf Höhe eures Beines mit seiner Schulter laufen. Ihr müsst euch nicht auf die Füße treten, aber der Abstand sollte beim Laufen so dicht wie möglich gehalten werden. So bekommt der Hund auch unmittelbar mit wenn die Leine durchhängt (was eigentlich immer der Fall sein sollte), dass ihr die Richtung ändert oder zum Beispiel stehen bleibt. Beides dieser doch arg wichtigen Eigenschaften trainieren wir mit einem Hundehalfter also weg.Um mäßigen Druck auf den Fang zu erzeugen, sollte lieber ein Hundehalfter benutzt werden, was sich regulieren lässt. Ein sogenannter Stopp. Gegenüber dem unbegrenzten Stopp, ist der Druck anpassbar für den eigenen Hund und führt somit weniger zum Meideverhalten und mehr zum Erfolg. Wenn wir solch ein Hundehalfter einsetzen, dann möchten wir ja schließlich ein unerwünschtes Verhalten unterbinden und es korrigieren. Somit ist der Trainingserfolg abhängig von der Lernbereitschaft des Hundes und der Aufmerksamkeit des Hundes. Beides sinkt gen 0, wenn dieser nicht verständliche Signale oder taktile Reize erhält. Auf Dauer kann dieses Falsch eingesetzte Hilfsmittel aus einem Kuscheltier auch einen Leinenrambo machen. Dies ist dann das Resultat von falschen Verhalten und Reaktionen. Wenn der Hund das Gefühl bekommt, dass ihr jedes seiner gezeigten Verhalten als schlecht abstempelt, wird er auch damit aufhören etwas richtig machen zu wollen. Hunde wollen nämlich Harmonie und Gefallen. Sie wollen es richtig machen und bekommen somit keine Gelegenheit für einen Lernerfolg. Hunde stumpfen über die Zeit ab und schalten auf Durchzug.Wie benutzt man jetzt solch ein Hilfsmittel nun richtig? Der standardisierte eines Durchschnittshundehlters ist es, in sozialen Netzwerken nach Hilfe zu fragen. Dann werden fix Kommentare studiert oder überflogen und gehofft, dass in diesem Durcheinander irgendwo ein Hilfsmittel genannt wird um endlich dieses nervige Symptom zu beseitigen. Schreibt dort jemand ein Halti ist hilft auf jeden Fall, wird dieser gekauft und dem Hund beim nächst besten Spaziergang übergezogen und immer wenn der Hund nur Andeutungen macht, der starken und strengen Hand zuwider zu handeln, wird gezogen und geruckelt. Dies ist übrigens der völlig falsche Weg und führt für beide Seiten zu Frustration.Bevor es zum Kauf eines solchen Hundehalfters geht, muss man sich via Internet (ja, das Ding hat mehr Seiten außer Facebook) und sucht sich Beiträge raus. Es wird dort viele Beiträge geben die für solch ein Hilfsmittel sprechen und auch viele dagegen. Die Kunst liegt jetzt darin, sich pro und contra durchzulesen. Ja ich weiß, dieses Lesen mit mehr als drei Wörter und ohne fette Überschrift und Bild, fällt heutzutage schwer. Leicht ist das Gehirn überfordert, wenn es selbstständig arbeiten soll und kein Teilenknopf in der Nähe ist. Wenn man nun studiert hat was dieses Hilfsmittel überhaupt ist und wie/wann/wo man es anwendet, sucht man sich einen Trainer seiner Wahl. Dieser wird einen neben den Informationen aus dem Netz (theoretisches Wissen) mit vielen Tipps und Ratschlägen zur Seite stehen. Auch wird er genau zeigen wie dieses Hilfsmittel anzuwenden ist (praktisches Wissen).Aus beiden Teilen also theoretisches Wissen und praktisches Wissen, könnt ihr euch einen Trainingsplan erstellen. Denn auch für den Hund ist dieses Hilfsmittel neu und dieser hat keinen Internetanschluss oder andere Hunde die er um Rat bitten kann. Somit habt ihr es in der Hand, dem Hund den Umgang nahe zu bringen und sich möglichst positiv an das Hilfsmittel zu gewöhnen. Wenn der Trainer der Wahl sagen sollte, dass dies nur Symptome bekämpft und das Problem woanders liegt und mit viel Mühe und Zeit angegangen werden kann, dann tut er dies nicht um reich zu werden. Meist sehen diese Trainer mehrere Hunde und Halter in ihrem Leben und wissen worauf sie achten müssen. Auch ein Trainer der 500 Jahre im Dienst ist und schon jeden Hund auf der Welt in den Händen hatte, wird kein Wundermittel parat haben. Es gibt einfach kein sofort wirkendes Mittel das nur wenig Zeit in Anspruch nimmt und sofort wirkt für immer. Wenn euch der Trainer zeigen möchte, wie man dieses Hilfsmittel einsetzt, dann schaut ihm bei der Arbeit genau zu. Das Smartphone bleibt dann eben mal in der Tasche, da der Facebookverlauf grad nicht so wichtig ist.Ganz am Anfang stellt sich übrigens jeder falsch an. Fehler zu machen gehört zum Lernprozess. Es geht einfach nicht ohne Fehler. Daher ist ein Trainer so wichtig, denn dieser sieht sofort Fehler von euch oder eurem Hund. Genauso kann es vorkommen, dass ihr ein Hörzeichen vor dem eigentlichen Zug an der Leine und dem Hundehalfter einbauen sollt. Dieses Hörzeichen hilft euch und eurem Hund und ist somit auch ein Hilfsmittel. Ein Hörzeichen richtig angewendet kostet kein Geld und ist leicht verständlich für den Hund. So einfach kann das Leben sein.Zurück zum Hundehalfter. Wenn ihr schon mutig genug seid, es ohne jegliche Hilfe auszuprobieren, denkt daran eine Leine am Halsband oder Geschirr zu benutzten. Niemals das Hundehalfter alleine, da sämtlicher Zug dann nur über das Hilfsmittel gestoppt wird und somit jeder noch so kleine Widerstand direkt auf den Fang übertragen wird. Stellt euch vor ihr plaudert mit eurer Lieblingsnachbarin über andere Menschen und was die so alles falsch machen und eurer Hund will sich kratzen. Er setzt den Hintern ab, nimmt die hintere Pfote hoch und neigt seinen Kopf. Ruck! Schon hat er den Schnauzgriff. Was meinen sie wohl, wie diese Situation für den Hund nun verknüpft wird. Wir erinnern und daran, dass ein Hund immer in Bildern lernt und nicht in Form eines Videos. Der Unterschied ist, dass Bilder immer Einzelaufnahmen sind und diese auch einzeln verarbeitet werden. Wenn ihr nun in voller Ausrüstung vor die Türe schießt und sofort auf der Straße das neue Hilfsmittel testen wollt, werdet ihr genauso enttäuscht sein. Denn weder ihr noch der Hund hat genügend Zeit gehabt in einer streßfreien Umgebung das Hilfsmittel kennenzulernen. Somit sucht euch einen ruhigen Ort ohne viel Ablenkung aus. Denn genau dafür wurde dieses Hilfsmittel konzipiert. Es soll die Aufmerksamkeit eures Hundes von einer Reizquelle oder nahenden Reizquelle auf euch lenken. Für nichts anderes wurde dieses Hundehalfter erfunden!Durch die Ablenkung des Hundes von einer Reizquelle auf euch, besteht sofort die Möglichkeit der Kommunikation zwischen Hund und Halter. Bei Begegnung zweier Hunde kann so unmittelbar eingewirkt werden, sollte euer Hund aggressive oder dominante Verhalten zeigen. Ihr habt also einen Zauberstab um etwas zu unterbrechen und zu korrigieren. Klingt simpel und einfach, ist es aber nicht!

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